BZT CNC-Rechner

Drehzahl beim Drehen berechnen

Berechnen Sie die passende Drehzahl für Ihre Drehmaschine aus Werkstückdurchmesser und Material. Anders als beim Fräsen oder Bohren bestimmt hier der rotierende Werkstückdurchmesser die Schnittgeschwindigkeit — nicht das Werkzeug.

Wichtig: Beim Drehen bestimmt der Werkstückdurchmesser die Drehzahl — nicht der Werkzeug- oder Wendeplatten-Durchmesser wie beim Fräsen oder Bohren.

Hinweis: Alle Werte sind unverbindliche Richtwerte. Die tatsächlichen Werte hängen von Maschine, Werkzeug, Material und Bedingungen ab. Beginnen Sie konservativ. Eine Haftung für Werkzeugbruch, Maschinenschäden oder Bearbeitungsergebnisse wird nicht übernommen.

Was der Drehzahl-Rechner (Drehen) berechnet

Beim Drehen rotiert das Werkstück, das Werkzeug steht fest — deshalb bestimmt der Werkstückdurchmesser die Schnittgeschwindigkeit am Umfang, nicht der Werkzeugdurchmesser wie beim Fräsen oder Bohren. Aus der materialabhängigen Schnittgeschwindigkeit und dem Werkstückdurchmesser ermittelt der Rechner die passende Spindeldrehzahl in U/min für die Hartmetall-Wendeplatte.

Die Formel

n = (vc × 1000) / (π × d)

Dabei ist n die Drehzahl in U/min, vc die materialabhängige Schnittgeschwindigkeit in m/min und d der Werkstückdurchmesser in mm. Die Formel ist identisch zu der beim Bohren — der entscheidende Unterschied liegt in der Bedeutung von d: Beim Drehen rotiert das Werkstück, deshalb zählt sein Außendurchmesser. Ein größeres Werkstück bedeutet bei gleicher Schnittgeschwindigkeit automatisch eine niedrigere Drehzahl.

Richtwerte für die Schnittgeschwindigkeit (Hartmetall-Wendeplatten, Außenlängsdrehen)

Werkstoff vc in m/min
Baustahl (unlegiert, z. B. S235, C45) 120–220
Vergütungsstahl (legiert, z. B. 42CrMo4) 80–160
Edelstahl (V2A/V4A, austenitisch) 100–180
Aluminium (Knetlegierung) 250–500
Messing / Bronze 150–350
Gusseisen (GG/GGG) 90–200

Wichtiger Hinweis zur Datenlage

Die Richtwerte oben sind aus mehreren Werkzeughersteller- und Fachquellen zusammengeführt und bewusst konservativ gewählt. Bei Baustahl ist die Quellenlage gut und einheitlich. Bei Vergütungsstahl, Edelstahl und Aluminium streuen die Werte in der Fachliteratur deutlich stärker, weil sie sehr genau von der exakten Legierung und — bei Stahl — der Festigkeitsstufe abhängen: Ein hochfester Vergütungsstahl (über 1.000 N/mm²) braucht eine spürbar niedrigere Schnittgeschwindigkeit als ein weicherer. Bei Aluminium reicht die Bandbreite in der Fachliteratur von rund 200 bis über 2.000 m/min, je nach Legierung und Siliziumgehalt — die hier hinterlegten 250–500 m/min sind ein vorsichtiger mittlerer Bereich für gängige Knetlegierungen, keine Universalgröße. Nutzen Sie die Ergebnisse als Ausgangspunkt und tasten Sie sich bei neuen Material-Werkzeug-Kombinationen konservativ heran.

So wenden Sie den Rechner an

Wählen Sie den Werkstoff und tragen Sie den Werkstückdurchmesser ein — nicht den Durchmesser der Wendeplatte oder des Drehmeißels. Der Rechner setzt eine passende Schnittgeschwindigkeit aus dem Richtwertbereich ein und gibt die Drehzahl aus. Bei sehr großen Werkstückdurchmessern kann die berechnete Drehzahl niedriger als die sinnvolle Mindestdrehzahl Ihrer Maschine liegen — prüfen Sie das gegen die Drehzahltabelle Ihrer Maschine. Weitere Rechner finden Sie in der CNC-Rechner-Übersicht.

Worauf Sie achten sollten

  • Werkstückdurchmesser ändert sich beim Drehen: Mit fortschreitendem Abdrehen wird das Werkstück kleiner — bei konstanter Drehzahl sinkt die tatsächliche Schnittgeschwindigkeit. Moderne CNC-Steuerungen bieten dafür eine konstante Schnittgeschwindigkeit (G96), die die Drehzahl automatisch nachführt — programmieren Sie dabei immer eine Drehzahlbegrenzung (G50/G92), sonst kann die Drehzahl bei kleinen Restdurchmessern gefährlich hoch werden.
  • Große Durchmesser: Ergibt sich rechnerisch eine sehr niedrige Drehzahl, prüfen Sie, ob Ihre Maschine diesen Bereich überhaupt sinnvoll abdeckt.
  • Richtwerte bleiben Richtwerte: Wendeplattengeometrie, Kühlung, Maschinensteifigkeit und die genaue Werkstoff-Charge beeinflussen die optimale Schnittgeschwindigkeit zusätzlich.

Hintergründe zu Schnittwerten lesen Sie im BZT Wissenscenter.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Drehzahl beim Drehen und beim Fräsen/Bohren?

Die Formel ist identisch (n = vc × 1000 / (π × d)), aber die Bedeutung von d unterscheidet sich: Beim Fräsen und Bohren rotiert das Werkzeug, also zählt der Werkzeugdurchmesser. Beim Drehen rotiert das Werkstück, also zählt der Werkstückdurchmesser. Verwechselt man das, wird die Drehzahl deutlich falsch berechnet.

Warum ändert sich die optimale Drehzahl während der Bearbeitung?

Weil sich beim Drehen der Werkstückdurchmesser mit jedem Schnitt verringert. Bei gleichbleibender Drehzahl sinkt dadurch die tatsächliche Schnittgeschwindigkeit am Umfang. CNC-Drehmaschinen gleichen das mit der Funktion für konstante Schnittgeschwindigkeit (G96) automatisch aus, indem sie die Drehzahl passend zum aktuellen Durchmesser nachregeln. Wichtig: G96 sollte immer zusammen mit einer Drehzahlbegrenzung (G50 bzw. G92, je nach Steuerung) programmiert werden — sonst kann die Drehzahl bei kleinen Durchmessern gefährlich hoch ansteigen.

Wie genau sind die Schnittgeschwindigkeits-Richtwerte für Drehen?

Für Baustahl ist die Datenlage gut belegt und einheitlich. Bei Vergütungsstahl, Edelstahl und Aluminium schwanken die Werte in der Fachliteratur deutlich stärker, weil sie stark von der genauen Legierung und Festigkeitsstufe abhängen. Die hinterlegten Werte sind bewusst konservativ gewählt — bei neuen Kombinationen empfiehlt sich ein vorsichtiger erster Test.

Welche Wendeplatte passt zu welchem Material?

Das hängt von Werkstoffgruppe (ISO P für Stahl, ISO M für Edelstahl, ISO N für NE-Metalle wie Aluminium, ISO K für Guss) und Bearbeitungsart ab. Wendeplattenhersteller kennzeichnen ihre Sorten nach diesem ISO-Schema — die passende Sorte für Ihre Anwendung finden Sie im Katalog Ihres Werkzeuglieferanten oder in unserer CNC-Beratung.

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