Die richtigen Schnittdaten sind entscheidend für saubere Ergebnisse, lange Werkzeugstandzeiten und eine schonende Bearbeitung Ihrer CNC-Fräse. In diesem Leitfaden erklären wir die Formeln und liefern eine praxiserprobte Schnittdaten-Tabelle für die gängigsten Materialien.
Die drei Grundgrößen
Drehzahl (n)
Die Drehzahl wird in Umdrehungen pro Minute (U/min) angegeben und hängt von der Schnittgeschwindigkeit (Vc) und dem Fräserdurchmesser (d) ab:
n = (Vc × 1000) / (π × d)
Beispiel: Vc = 200 m/min, d = 6 mm → n = (200 × 1000) / (3,14 × 6) = 10.616 U/min
Vorschub (Vf)
Der Vorschub bestimmt, wie schnell sich das Werkzeug durch das Material bewegt:
Vf = fz × z × n
Wobei: fz = Vorschub pro Zahn, z = Schneidenanzahl, n = Drehzahl
Beispiel: fz = 0,05 mm, z = 2, n = 10.616 → Vf = 0,05 × 2 × 10.616 = 1.062 mm/min
Zustellung (ap und ae)
- ap (axiale Zustellung): Schnitttiefe — wie tief der Fräser pro Durchgang eintaucht
- ae (radiale Zustellung): Schnittbreite — wie viel Material seitlich abgetragen wird
Faustregel: ap maximal 1× Fräserdurchmesser, ae maximal 50% des Durchmessers.
Schnittdaten-Tabelle nach Material
Die folgenden Werte gelten als Richtwerte für VHM-Schaftfräser (2 Schneiden, Ø 6 mm) auf einer CNC-Portalfräse:
| Material | Vc (m/min) | fz (mm) | ap (mm) | ae (mm) | Drehzahl | Vorschub |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Weichholz (Fichte, Kiefer) | 300-500 | 0,08-0,15 | 6-12 | 3-4 | 16.000-24.000 | 2.500-4.000 |
| Hartholz (Buche, Eiche) | 200-350 | 0,05-0,10 | 4-8 | 2-3 | 10.000-18.000 | 1.500-2.500 |
| MDF / Multiplex | 250-400 | 0,06-0,12 | 5-10 | 3-4 | 13.000-21.000 | 2.000-3.500 |
| Aluminium | 150-250 | 0,03-0,06 | 2-4 | 1-3 | 8.000-13.000 | 500-1.500 |
| Kunststoff (POM, PA) | 200-400 | 0,05-0,10 | 3-6 | 2-4 | 10.000-21.000 | 1.500-3.000 |
| Acryl (PMMA) | 100-200 | 0,03-0,06 | 2-4 | 1-3 | 5.000-10.000 | 500-1.200 |
| Messing | 100-180 | 0,02-0,05 | 1-3 | 1-2 | 5.000-9.500 | 400-1.000 |
Häufige Fehler bei der Schnittdatenberechnung
- Zu hohe Drehzahl bei Kunststoff: Führt zu Schmelzen und Verklebungen am Fräser
- Zu niedriger Vorschub: Der Fräser reibt statt zu schneiden — Hitzeentwicklung und schneller Verschleiß
- Zu große Zustellung in Aluminium: Überlastet den Fräser und kann zu Bruch führen
- Schnittdaten nicht an die Spindel anpassen: Eine HF-Spindel mit 24.000 U/min erlaubt andere Werte als ein Fräsmotor mit 10.000 U/min
Praxis-Tipps
- Starten Sie immer konservativ und steigern Sie schrittweise
- Hören Sie auf die Maschine — ein gleichmäßiges Schnittgeräusch zeigt optimale Parameter
- Verwenden Sie bei Aluminium immer Kühlschmiermittel oder Minimalmengenschmierung
- Dokumentieren Sie funktionierende Einstellungen für Wiederholbarkeit
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich die optimale Drehzahl für meinen CNC-Fräser?
Die Drehzahl berechnen Sie mit der Formel: n = (Vc × 1000) / (π × d). Dabei ist Vc die materialabhängige Schnittgeschwindigkeit und d der Fräserdurchmesser. Für einen 6-mm-Fräser in Aluminium (Vc=200) ergibt sich etwa 10.600 U/min.
Was passiert bei falschem Vorschub?
Zu niedriger Vorschub erzeugt Reibung statt Schnitt — der Fräser wird heiß und verschleißt schnell. Zu hoher Vorschub überlastet Werkzeug und Maschine und kann zu Fräserbruch führen. Der optimale Vorschub hängt von Material, Werkzeug und Maschine ab.
Gelten die Schnittdaten für alle CNC-Fräsen?
Die Tabellenwerte sind Richtwerte für typische CNC-Portalfräsen mit VHM-Fräsern. Je nach Maschinensteifigkeit, Spindelleistung und Werkzeugqualität können die optimalen Werte abweichen. Starten Sie konservativ und optimieren Sie schrittweise.

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